Die Entwicklung des Sportes in Ammendorf

Mit dem Wachsen der Einwohnerzahlen der Ortschaft Beesen, Planena, Ammendorf, Radewell, Burg in der Aue und Osendorf, infolge des Aufschwungs der Industrie und des Handwerks am Ende des 19. Jahrhunderts verstärkte sich bei den Werktätigen der Wunsch zur sportlichen Betätigung.

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1956 - Sportwerbeschau im Klubhaus der Waggonbauer in Vorbereitung des II. Deutschen Turn- und Sportfestes in Leipzig;
Übung am Stufenbarren.


Die umfangreichen Möglichkeiten zum Baden, Schwimmen und Boot fahren, die die Saale, Elster und Gerwische boten, sowie die vorhandenen Pferde der Güter und Bauernhöfe waren Voraussetzungen die die ersten unorganisierten sportlichen Tätigkeiten ermöglichten.

Reicharbeitersporrtag Die Ammendorfer Sportler begehen auf dem Radeweller Sportplatz den Reichsarbeitersporttag.
Daran nehmen teil: 1910er, Fichte, Ammendorfer Wassersportverein, Ammendorfer Kanu Club 1921, Turnverein und die Esperantofreunde


Marsch

Die Sportler des
Ammendorfer Turnvereins
auf dem Marsch zum Radeweller Sportplatz.


Der Wunsch nach turnerischer Betätigung wurde am 16.02.1884 mit der Gründung des - Turnverein Ammendorf e.V. - in Gaudichs Restaurante erlfüllt. In diesem Verein wurde geturnt, Leichtathletik betrieben, gefochten, Faustball, Handball und Trommelball gespielt. Es gab ab 1926, nach der Herstellung eines Schwimmbades in der Saale, bei Schkopau, eine starke Schwimmabteilung, die noch Zulauf erhielt, als 1934 der Turnverein das Bad auf der Malderitzhalbinsel in Beesen mit dem dortigen Schwimmverein übernahm. Wann letzterer gegründet wurde ist nicht bekannt. Der Turnverein hatte neben seinem Spielmannszug noch eine Gesangsabteilung, die die Veranstaltungen künstlerisch umrahmten. Der Turnverein stellte im Verlaufe des Zweiten Weltkrieges seine Tätigkeit ein.

Fichte

1929 - Sportler und Spielmannszug vom Arbeitersportverein Fichte Ammendorf

Der Arbeitersportverein - Fichte Ammendorf - entwickelte sich in wenigen Jahren zu dem mitgliederstärksten Ammendorfer Sportverein (das Gründungsjahr ist nicht bekannt). In den Abteilungen Turnen, Leichtathletik, Handball, Boxen und Kegeln wurde Sport getrieben. Der bekannteste Sportler des Vereins war Albert Wöhlmann, der als Handballtorwart an der Arbeitersportolympiahalle in Wien teilnahm. Ein sehr guter Spielmannszug und eine Gesangsabteilung waren ebenfalls im Verein aktiv sowie eine Esperanto-Gruppe. Sehr enge Kontakte bestanden mit den Ammendorfer Naturfreunden. Mit der Machtergreifung der Faschisten im Jahre 1933 wurde der Verein verboten und das Vereinseigentum entschädigungslos eingezogen. Das gleiche Schicksal ereilte die Naturfreunde.

1905 bildete sich die Ammendorfer Schützengesellschaft, die ihre sportliche Tätigkeit im Schießhaus Planena und später im Schützenhaus (Klubhaus der Waggonbauer) ausübte. Im Verlaufe des Zweiten Weltkrieges stellte der Schützenverein seine Tätigkeit ein.

Schützengesellschaft

1909 - Mitglieder der Ammendorfer Schützengesellschaft 1905 im Garten von Helms Lokal

Annähernd zur gleichen Zeit existierte noch Radfahrerverein Solidarität, der vor allem Radwanderfahrten organisierte und durchführte.

Radsportverein

1913 - Mitglieder des Ammendorfer Radsportvereins „Solidarität” vor einer Wanderfahrt

1910 wurde der Ammendorfer Fußball Club 1910 gegründet. Nach 1945 entwickelte sich aus diesem Verein die BSG Motor Ammendorf und nach der politischen Wende in der DDR in mehrere Stationen der BSV Halle-Ammendorf 1910 e.V. In diesem Verein wurde und wird Fußball, Handball, Basketball, Tischtennis und Billard gespielt. Es wurde Leichtathletik betrieben, geturnt, gekegelt, geboxt und Judosport ausgeübt. Über Bergsteigen und wandern entwickelte sich die starke Sektion Orientierungslauf mit der Meisterin des Sports Renate Schrei und der derzeitigen Vorzeigeathletin Karin Schmalfeld.

In den fünfziger Jahren waren die Kanuten unter anderem mit Adolf Müller und Siegrid Schnabel DDR-Spitzensportler (mehr in der Chronik „Der Sportverein mit Tradition”).

Im Sommer 1912 richteten auf dem Exerzierplatz in Beesen (jetzt z.T. Stadtteil Silberhöhe) Flugsportler den ersten Flugplatz der Region Halle-Leipzig ein und unternahmen erfolgreich die ersten Flugversuche und Flüge. Hans Hohl war einer dieser ersten Flugsportler. Mit Ausbruch des ersten Weltkrieges wurden diese Flüge eingestellt.

Reiter-Verein

1939 - Die Reiter des Landwirtschaftlichen Reiter-Vereins Beesen und Umgebung in der Malderitzstraße vor dem Abritt zum Ringreiten am Schießhaus Planena.

Den Reitsport übten unter der Leitung von Bauer Ratsch im Landwirtschaftlichen Reiterverein Beesen und Umgebung die Reitsportfreunde bis in die fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts aus.

Wassersportverein

Der Ammendorfer Wassersportverein mit Vereinsfahne.

Um 1920 übte der Ammendorfer Wassersportverein seine vielschichtige sportliche Tätigkeit aus. Die Mitglieder waren Bootswanderer, sie turnten, schwammen und spielten Fußball. Im Jahre 1923 errichteten sie in Radewell an der Elster ihr Bootshaus.

KanuhausJugendfest


Aufbau des Kanu-Hauses1931 - Jugendfest in Ammendorf.
Die Mitglieder des Ammendorfer Kanu-Clubs im Festumzug.


AKC 21

1927 - Die Kanuten des AKC 21 vor ihrem Bootshaus


1921 wurde der Ammendorfer Kanuclub 1921 gegründet. Dieser Verein entwickelte Sportler wie Kurt Rothe und Schnabel. Kurt Rothe wurde mehrfach Deutscher Meister und mit Schnabel zusammen errangen sie die Europameisterschaft.

Motoradfahrergruppe

1928 - Motorradfahrergruppe Ammendorf

1928 existierte eine Motorradfahrgruppe Ammendorf, von deren Wirken, außer dem Wissen, dass sie bestand, zurzeit nichts weiter bekannt ist.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden in Ammendorf zwei weitere Betriebsportgemeinschaften. Die BSG Chemie Ammendorf jetzt Grün Weiß Ammendorf mit der Sektion Fußball und die BSG Aktivist Halle, deren Kanusektion sich zum Halleschen Kanu Club 54 entwickelte.

1951 Osendorfer See

1951 Osendorfer See

Die Regattastrecke und die sehr gut gepflegten Anlagen befinden sich am Osendorf See (ehemals Tagebau Hermine Henriette I).

 

1964 wurde ein Schiffsmodelbausportverein gegründet, der auf dem Gelände der Bunawerke seine Heimat fand. 1996 kündigte der neue Firmeneigentümer den bestehenden Vertrag und die Modellbausportler fanden im Wasserwerk, unter dem Namen Schiffsmodellbauclub Halle-Beesen, eine neue Heimat.
Ein Höhepunkt waren die vom 26.08 - 01.09.1999 auf dem Osendorfer See durchgeführten
XI. WM im Schiffsmodelsport. Der 17jährige Sebastian Ullrich errang mit seinem Modell des Rettungskreuzers "Stoltera" den Weltmeistertitel.

 

 

Sportcenter Budokai

Sportcenter Budokai

Im Jahre 1996 gründete Andreas Hogrefe den Sportverein KITOKAI-KARATE. Die ca. 400 Aktiven übten ihren Sport in verschiedenen Übungsstätten, darunter auch in der Turnhalle des Friedensgymnasiums, aus. Im Oktober 2005 wurde nach mehrjährigen Renovierungen und Umbauten, Gebäude auf dem Gelände der alten Elstermühle, das Sportcenter „BUDOKAI” eröffnet. Zurzeit werden folgende Leistungen angeboten: Tanzkunst (mit Kinderkarate, TaiChi, Selbstverteidigung und KITOKAI-Karate); Gesundheitssport (mit Rückenschule, Wirbelsäulengymnastik, Fitnessgymnastik und Nordic walking); Tanzclub (mit Kindertanz, Gesellschaftstanz uns orientalischer Tanz). In den zurückliegenden Jahren konnten von den Sportlern mehrere deutsche Meistertitel und ein Europameistertitel erkämpft werden.

Bekannte Ammendorfer Sportler, die ihren Sport nicht in Ammendorfer Vereinen ausübten waren:

Erich Sinner Radsportler in den fünfziger Jahren
Wolfgang Terpe

Radsportler in den fünfziger Jahren
(DDR-Juniorenmeister)

Gerda Kupka


Schachspielerin
(mehrfache DDR-Mannschaftsmeisterin)

 

Peter Gorny *20.04.1941
Radewellerstr.
Ruderer beim ASK Vorwärts Rostock
Weltmeister im Zweier mit und ohne Steuermann: 1962, 1964, 1967, 1970 und 1977
Europameister: 1964, 1971
DDR - Meister : 1963, 1964, 1965, 1967,1971
 © 05/07

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